In seinem Media-Blog greift Frank Huber meinen Post zum Thema Monetarisierung auf.
http://blog.firstmedia.de/?p=763
und widerspricht meinen Ansichten mit zwei Begründungen: YouTube habe gezeigt, “size does matter” und sevenload verfolge ja nicht einmal die von mir empfohlene Strategie. Inhaltlich habe ich folgende Antworten:
1) Es ist zweifellos richtig, dass für den “natürlichen Marktführer”, der als erster auf Reichweite setzt, das Spiel aufgehen kann. Auf den Fall YouTube gehe ich ja selbst in meinem Post ein. Ich warne nur davor, die Transaktion von YouTube, die tatsächlich ex post durch die Marktmacht von Google zu einem sinnvollen Investment noch werden kann, als replizierbare Strategie zu beschreiben. Es gibt immer weltweit oder www-weit genau ein Unternehmen pro segment, dem dies als Exit gelingt. Hardly good general advice for startups.
Mein Argument war ja auch nicht, dass Reichweite oder die Anzahl an Nutzern oder Kunden, die man gewinnt, unerheblich sind - im Gegenteil. Ich denke nur, das es gesünder ist, diese Reichweite oder Kundenbasis mit einerm funktionierenden Business Modell zu erreichen als ohne. Ein gutes Beispiel Dafür ist übrigens XING. Lars hat schon am ersten Tag in 2003 5,- € monatliche Mitgliedschaftsgebühr verlangt, als Abo-Modelle noch in verruf waren.
2) Unsere Strategie bei sevenload ist genau nicht die einer Brutto-Reichweitensteigerung um jeden Preis. Wir verfolgen den Ansatz, aus rein organischem Wachstum (bislang nicht ein € für Werbung) die am besten differenzierte Plattform zu bieten und den “Long Tail” of content abzudecken. Dies führt dazu, dass wir für Werbekunden um einen Faktor 10 wertvoller sind als alle anderen videoportale und sogar als die meisten herkömmlichen Internet-Portale - gemessen an unseren Werbepreisen. Mit dieser Differenzierung sind wir heute Marktführer nach Unique Visitors (> 10 Mio echte Uniques pro Monat), aktiven registrierten Nutzern (> 300.000), Verweildauern (> 25 Min pro visit, bei registrierten Nutzern > 45 Min), Content-Menge und Einnahmen (wir werden das umsatzstärkste Web 2.0 Unternehmen in Deutschland in diesem Jahr und voraussichtlich das einzige, das profitabel ist. Wir erreichen dies durch ein Werbemodell, das überdurchschnittlich wirksam ist.
Interessanterweise hat diese Strategie zu einer nachhaltigen Steigerung unserer Brutto-Reichweite geführt, so dass wir inzwischen Platz zwei der deutschen Plattformen noch vor Clipfish belegen.
Ich würde also wagen zu behaupten, dass im Gegensatz zu dem Eindruck, den wir zumindest hier zu erwecken scheinen, der Lehrsatz von Al Ries:
Create a new category, then dominate it
immer noch der beste Rat ist. Mein Post sollte einen kleinen Beitrag zu einer Methode hierzu leisten.








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